Globale Vernetzung – Umgangspraxis mit ’Social Media’

December 10, 2009

 

Vor dem Hintergrund eines Spiegel-Dreiteilers von Frank Schirrmacher

     1. Teil: Mein Kopf kommt nicht mehr mit
     2. Teil: Informationen fressen Aufmerksamkeit
     3. Teil: Google ist eine Machtmaschine

gab’s kürzlich eine  ARD-Beckmann-Sendung mit dem Autor (FS) und Günther Jauch “über die gravierenden Folgen der schönen neuen Computerwelt”.

Menschliche Bewusstseinsveränderungen und schleichend unbewusste Verhaltensanpassungsprozesse wurden u.a. ausführlich diskutiert. Jauch sei nun mehrere Stunden am Tag mit dem Internet und den eMails beschäftigt. Er kann’s auch nicht lassen, klagt aber, dass dabei viel Zeit verloren geht.

 Dazu annotierte Enni Sander, eine  IT-Studentin (Britin) und Online-Marketingexpertin:

Nun, sagen wir mal so. Social media ist eine gute Sache. Aber man muss sehr gut überlegen, was man der Welt in den unersättlichen Rachen wirft und was man lieber für sich behält. Das Medien-Monster lauert überall und ist unersättlich … Jeder ist auf dem Run nach neuen Informationen. Und da muss man einfach mal den Riegel vorschieben. Dann klappt das auch mit social media… (More about Enni)

Meine Antwort:

Genau, so sehe ich’s – ganz entspannt – ebenfalls. Ist sozusagen auch mein Approach.

Generelle Einschätzung von Twitter und Facebook

Das Problem bei den Social Media ist (von den USA ausgehend), dass die meisten User gar nicht – insbesondere bei Twitter – an Kontakten resp. Kommunikation interessiert sind. (Ausnahme lediglich eher nur auf lokaler Community-Ebene.)

Es geht den Leuten darum, nur noch irgendetwas an die Welt abzusondern. Ihren Status definieren sie über die Anzahl der Followers. Celebrities erreichen locker mehrere Millionen davon, während sie selbst so gut wie niemandem ’folgen’.

Je mehr Leuten man folgt, desto größer ist die Timeline-Verstopfung, so dass man nach einiger Zeit gar nichts mehr liest. Man guckt nur noch in die eigenen Feedbacks. Auch die neuen ’Lists’ bringen nur eine marginale Verbesserung.

Was mich betrifft, so folge ich möglichst wenigen Leuten (global), so dass ich wenigstens noch einigermaßen einen Überblick habe, wen ich mir da ins Boot geholt habe.

Bei Facebook ist’s analog. Dort ist die Anordnung der Beiträge recht sperrig, wodurch die Übersichtlichkeit – fürs schnelle Drübergucken – leidet. Zudem haben viele Leute mit der Methodik, dem Format, den Settings, … ein paar Problemchen, was sie eher davon fernzuhalten scheint…?!

Gute Kommunikationsbeispiele | Globale Vernetzung

Während ich zuvor (s.o.)  – pauschal – eine etwas resignierend anmutende Einschätzung präsentierte, lässt sich in Einzelfällen auch recht Positives vermelden.

Meine global ausgerichteten Twitteraktivitäten (seit April) brachten mir ausgezeichnete Kontakte, die von Kalifornien über die gesamten USA, Europa und Afrika bis Japan, Australien und Neuseeland reichen.

Darunter sind Menschen aus allen Schichten (Studenten, Wissenschaftler, Medienschaffende, Politiker, …), von denen ich jeweils prompt Antworten bekomme, wenn ich ihnen ein besonderes Thema direkt präsentiere oder eine Frage stelle.

Mit denjenigen – eher wenigen – Twitterern, die zusätzlich ein Facebook-Konto haben, kann dann – bei Bedarf – noch ausführlicher kommuniziert werden. Eine damit verbundene Empathie (Freudebekundungen, Anteilnahme, …) über derartige Austausche ist bei allen daran Beteiligten zu spüren.

Teilweise habe ich auch schon besondere Themen, die mit den Twitter- und Facebookfreunden behandelt wurden, hier im internationalen Blog von Haplif & Haplifnet vorgestellt.

haplif – Frank Kalder (Global Haplifnet) 

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